In der Wirtschaft sind die Frauen immer noch benachteiligt. Frauen verdienen für den gleichen Job im Schnitt 20 Prozent weniger. Sie sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen und sie arbeiten viel häufiger Teilzeit. Frauen Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wird von Frauen erbracht - der grösste Teil davon im Haushalt. Vor 10 Jahren haben wir ein Gleichstellungsartikel im Gesetz verankert.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist also ein Muss. Sie ist für die SP eines ein zentrales Element im neuen Wirtschaftskonzept. Lohngleichheit bringt uns mehr Wachstum. Lohngleichheit bringt unseren Sozialversicherungen mehr Geld. Frauenquoten sind wichtig - sie genügen aber nicht. Es braucht auch den festen Willen die Gleichstellung in allen Gesellschaftsschichten durchzusetzen.
Bei der PTT war es früher so, dass eine Frau ihren Job aufgeben musste, wenn sie schwanger wurde. Als ich an die Spitze dieses Bundesbetriebes kam, habe ich diese Entwicklung sofort korrigiert. Und ich habe dann die erste Frau an die Spitze einer Kreispostdirektion gesetzt. Bei der Besetzung von diplomatischen Kaderstellen kamen bisher fast ausschliesslich Männer zum Zuge. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey will das jetzt ändern und nominiert vermehrt Frauen.
Wir müssen die Frauen stärker ins Wirtschaftsleben integrieren. Das geht aber nur, wenn wir aktiv etwas machen. Die Gleichstellung ist erst dann erreicht, wenn Frauen den selben Zugang zu Einkommen, Vermögen und Entscheidungsmacht haben, wie die Männer. Die gesetzlichen Grundlagen sind vorhanden. Die besten Gesetze nützen aber nichts, wenn sie nicht durchgesetzt werden. Warum also nicht ein paar Lohninspektoren einsetzen, die dafür sorgen, dass Mann und Frau für die gleiche Arbeit auch tatsächlich gleichviel verdienen? Börsenkotierte Unternehmen sollen Gleichstellungsbemühungen ausserdem in der Jahresbilanz ausweisen müssen.
Denn die Gleichstellungsbilanz ist in der Privatwirtschaft wie den öffentlichen Unternehmen ist ernüchternd. In der Schweizer Wirtschaft wie auch beim Bund hat es kaum Frauen an der Spitze von Unternehmen und Bundesämte. In einem internationalen Ländervergleich von 58 Staaten, liegt die Schweiz in der Gleichstellungsfrage auf Rang 34. Hauptgrund dafür ist die Lohndiskrimierung. Das will die SP-Fraktion in den kommenden 10 Jahren ändern.
Jean-Noël Rey, Nationalrat, 8. März 2007
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